Masal

Der Hahn der zum Dikseleman wurde!

Früher, zu der Zeit wo Vögel und andere Tiere noch reden konnten, wo die Menschen singend in die Städte gingen; stand auf einer Strasse die zum Stadt führte ein Haus. In diesem Haus wohnte ein Mann. Dieser man war ein wohlhabender Mann. Er besass eine Herde von Ziegen, Schafen und Ochsen, einige Hühner und einen Hahn. Dieser Hahn war ein roter Hahn.
Über diese Strasse gingen täglich die Menschen in die Stadt und kehrten wieder zurück. Der wohlhabende Besitzer dieses Hauses sass immer draussen auf einem Hocker und rief den Menschen die da vorbeigingen zu:
„Woher kommst du wohin gehst du, hast du hunger oder bist du durstig?“ Komm mal her und setzt dich hin iss und trink etwas, ruh dich etwas aus; später kannst du ja immer noch gehen“ rief er jedem zu!
Jeder der an diesem Haus vorbeikam, wurde hereingebeten. Er schlachtete immer eines der Tiere für den Gast. Jeder Gast ging ausgeruht und zufrieden weiter. Jeder Tag verlief gleich. Eines Tages ging die Herde des Mannes aus. Keine einzige Ziege, Schaf oder Ochse blieb übrig! Dann kamen die Hühner dran. Nach einiger Zeit gingen ihm auch die Hühner aus!
Am Schluss blieb nur der rote Hahn übrig. Als der Mann den letzten Huhn abholte, dachte sich der Hahn:
„Morgen bin ich an der Reihe. Der bereitet mich für seinen Gast zu. Was soll ich nun tun, wie kann ich mich retten?
Der Hahn verbrachte eine schlaflose Nacht! Bis zur Morgengrauen machte er sich Gedanken darüber, wie er sich an dem nächsten Tag auf der Strasse hinter einem Stein verstecken würde!! Er versteckte sich hinter einem Stein. Nach einiger Zeit sah er einen Mann der sich ihm näherte.
Er dachte: „Mein Feind kommt. Wenn jetzt mein Hausherr diesen Mann sieht, wird er ihn einladen, danach mich einfangen und ihm ein schönes Essen zubereiten!“

Als der Mann Näher kam, kam der Hahn aus seinem Versteck heraus. Auf der Strasse stehend sagte er zu diesem Mann: Hey du, wenn du jetzt an dem Haus da vorbei gehst, und der Hausherr dich einlädt, akzeptiere auf keinen Fall seine Einladung! Egal was passiert geh einfach deinem Wege.

Da sagt der Mann zu dem Hahn: „Hör mal Hahn geh mir aus dem Weg, sonst werde ich dich zum Tode treten. Woher willst du wissen ob ich Hunger habe oder nicht.“ 

Da sagt der Hahn: „ Ich meine du solltest das tun was ich sage, geh ja nicht zu ihm nach Hause; sonst wirst du es bereuen. Ich sage es nur einmal ein zweites mal werde ich dich nicht darum bitten!“ Der Mann ging weiter. Als er sich dem Haus näherte, sah er den Hausbesitzer auf dem Hocker sitzen.

Der Hausbesitzer stand sofort auf, als er diesen vorbeigehenden Mann sah. Und wieder wurde der Gleiche Satz Gesagt: „ Mein Bruder woher kommst du, wohin gehst du, hast du Hunger oder bist du durstig? Komm ruh dich ein wenig aus.Dann kannst du ja immer noch weiter gehen!“

Der Mann dachte sich im Stillen, „Herzlichen Dank, ich habe sowieso Hunger. Ich werde jetzt kommen, mich satt essen und bisschen ausruhen; dann werde ich weiter gehen!
Als der Hausherr aufstand um seinem Gast das Essen vorzubereiten, merkte er dass er keine Tiere mehr übrig hatte! Da dachte er darüber nach was er machen könnte und erinnerte sich an seinem roten Hahn! Er ging in die Küche holte sich ein Messer um den Hahn zu schlachten! Der Hahn sah wie sein Hausherr mit dem Messer aus dem Haus kam und nach ihm suchte!
Da sagt der Hahn zu sich: „Ich werde ihm jetzt davon laufen, und nie wieder zurückkommen. Ich werde über die unteren Felder hinüber spazieren und mich immer weiter von diesem Haus entfernen!“
Der Hausherr suchte den Hahn und fand ihn nirgends. Da ging er zu seinem Gast und sagte ihm:
„Ich habe einen Hahn, den ich für dich schlachten wollte, aber der ist nirgends zu finden!“
Da fragte der Mann den Hausherr,  “war das ein roter Hahn?“
Der Hausmann: „Ja, aber woher weißt du es?
Der Gast stand dann auf und ging seinem Wege ohne auch das Geringste zu sagen. Er vergass diesen Hahn nie weil er von der Klugheit dieses Hahnes sehr beeindruckt war!
Der Hahn ging über die Felder und kam in ein Wald sass auf einen Stein das Gesicht in die Richtung des Hauses gerichtet, schloss die Augen und schrie um seinem Hausherr Lebewohl zu sagen! Kaum hatte er fertig geschrieen hörte er hinter sich einen Geräusch. Der Hahn drehte sich um und sah einen Fuchs.
Der Hahn: Fuchs, du fängst mich jetzt und was wirst du dann mit mir machen?
Der Fuchs: Oh Hahn singst du schön! Weil du eine so schöne Stimme hast möchte ich dir noch ein bisschen zuhören.

Der Hahn: Du möchtest doch nur dass ich meine Augen zu schliesse damit du mich fangen und essen kannst! Geh du deinem Wege und tu mir bitte nichts, sonst wirst du es bereuen!

Der entsetzte Fuchs dachte sich: Was ist das für ein Hahn, woher weiss er, dass sobald seine Augen geschlossen sind ich ihn fangen werde? Das ist ein kluger Hahn, wenn ich diesen Hahn essen würde, würde ich bestimmt auch klug werden! Bevor der Hahn davon flog sagte er: „Fuchs, folge mir ja nicht, wenn du mir folgst dann werde ich dich zum Opfer meines Weges machen.“

Der Fuchs: Ich habe seit 10 Tagen nichts gegessen!!! Ich habe hunger, dich werde ich bestimmt nicht laufen lassen! Der Hahn flog ihm davon und ging in den Wald. Der Fuchs sass wie erstarrt da, und der Hahn entfernte sich immer weiter. Nach einigen Minuten stand der Fuchs auf und nahm die Spur des Hahnes auf. Später fand er den Hahn am Fluss. Er beobachtete den Hahn der gerade am Wasser trinken war und immer wieder hinauf zum Himmel schaute. Der Fuchs ging zu ihm und meinte, “ich sehe keine Hühner!“

Der Hahn: Ich sehe ein weisses Huhn, sie hat kein einziges weisses Haar! Ich sehe ein rotes Huhn, unter dem Hals ist sie weiss!

Der Fuchs: Diese Hühner kenne ich auch, die sind doch in dem Haus an der Strasse. Ich frage mich wo all diese Hühner hingegangen sind? Der Hahn: Ja all diese Hühner sind jetzt am Himmel und wenn sie durst kriegen, kommen sie alle herunter zu diesem Fluss und trinken daraus. Mach das was ich dir sage, warte hier bis sie kommen fang sie dann und fresse sie alle.

Der Hahn ging dann weiter und der Fuchs wartete den ganzen Tag am Fluss. Es wurde langsam dunkel und kein Huhn war gekommen, der Fuchs blickte immer noch hoch zum Himmel! Total enttäuscht dachte .

Der Fuchs: Ich muss hier sowieso übernachten und Morgen werde ich den Hahn finden und fressen.

Der Hahn hatte sich in einem Dorf niedergesetzt. Schön satt gefüttert lag er sich unter einem Baum schlafen. Die Sonne schien und es wurde Hell und Heiss. Da hörte der Hahn ein Schleichen und hob den Kopf auf und sah eine heranschleichende Schlange.

Der Hahn: Wohin gehst du?

Die Schlange: Ich habe Fleisch gerochen, deshalb bin ich hierher geschlichen!

Der Hahn: Hier gibt es kein Fleisch, ich würde sagen du hast mich gerochen und bist gekommen um mich zu essen!

Die Schlange: Ja. Was soll ich tun, ich habe Hunger und muss mit irgendwas meinen Hunger stillen.

Der Hahn: Fresse mich nicht und ich werde dir sehr viel Fleisch besorgen! Gleich wird hier ein Fuchs auftauchen. Ich werde diesen Fuchs dazubringen die Augen zu schliessen! Sobald der Fuchs die Augen geschlossen hat, erwürgst du sie! Ich werde dir diesen Fuchs aufschneiden und du kannst es aufessen das was übrig bleibt kannst du ja begraben! Wenn du wieder Hunger kriegst kannst du es wieder aufgraben und essen.

Die Schlange: Gut. Sich selbst denkt die überraschte Schlange, woher will dieser Hahn wissen, dass hier bald ein Fuchs aufkreuzen wird? 

Aber die Schlange ging trotzdem sich verstecken. Da tauchte auch schon der Fuchs auf.

Der Hahn: Hast du die Hühner gegessen?
Der Fuchs: Nein, ich schwöre dass ich keinen einzigen Huhn gesehen habe! Ich sterbe gleich vor Hunger! Ich bin dir gefolgt damit ich dich endlich essen kann!
Der Hahn: Komm her und schliess die Augen; ich werde dir die Hühner vom Himmel herunter holen damit du dich satt essen kannst!
Da legte sich der Fuchs auch schon hin und schloss die Augen! Der Hahn sah aber wie der Fuchs blinzelte.
Der Hahn: Fuchs schliess deine Augen richtig und mach sie ja nicht auf sonst kommen die Hühner nicht!
Dann schloss der Fuchs die Augen ganz fest zu und legte noch die Pfoten auf die Augen! Der Hahn winkte der versteckten Schlange zu und die Schlange wickelte sich schon um den Hals des Fuchses!

Der Fuchs zum Hahn: Hahn warum rettest du mich nicht?

Der Hahn z. Fuchs: Soll ich dich retten damit du mich fressen kannst? Ich habe dir gesagt du sollst mir nicht folgen und dass wenn du es tätest es bereuen würdest!

Die Schlange erwürgte den Fuchs. Der Hahn teilte den Fuchs mit seinem Schnabel in zwei Hälften. Der Hahn: Schlange friss dich jetzt satt. Den Rest kannst du begraben und wenn du hungrig bist, wieder aufgraben und essen; und lass mich endlich in Ruhe! Vergiss mich oder du wirst es bereuen!

Die Schlange zu sich selbst:  ist das ein Kluger Hahn. Er hat gesagt dass ein Fuchs kommt, und tatsächlich ist einer gekommen. Ich bin so viel unter und über die Erde geschlichen aber so einen Klugen nirgends gesehen! Das Fleisch des Fuchses hat mich nicht gesättigt. Ich sollte noch diesen klugen Hahn fressen, vielleicht würde ich dann auch so klug werden! Die Schlange folgte dem Hahn und fand diesen auf einem Ast sitzend das nahgelegene Dorf beobachten. Der Hahn drehte sich um und sah die Schlange. Der Hahn wusste genau dass die Schlange ihm gefolgt war um ihn zu fressen!

Der Hahn: Schlange schlinge dich um diesen Baum und ich werde die Kinder die da drüben in dem Dorf spielen hierhin holen und wir können ein bisschen mit denen lachen.

Die Schlange: Was ist das für ein verrückter Hahn der kann alles tun!

Die Schlange schlich zum Baum und umschlang es. Der Hahn sass immer noch auf dem Ast und rief die Kinder zu sich. Die Kinder rannten zu ihm und sahen die Schlange. Sie schnappten sich einige Steine und brachten die Schlange um! Nun war der Hahn auch die Schlange losgeworden.

Der Hahn zu sich selbst: Die werden mich hier nicht in Ruhe lassen ich mache mich auf dem Weg in die Stadt. Gegen Abend kam er in die Stadt. Da sah er diesen Mann der ihm nicht zugehört hatte und bei seinem  Hausherr war wieder. Der Mann sah den Hahn auch und erkannte ihn wieder.

Der Mann z. Hahn: Komm lass uns Freunde werden, ich habe dir nicht zugehört und bin hungrig in die Stadt gekommen. Ich werde alles tun, egal was du von mir verlangst!
Der Hahn spürte dass der Mann ihn überlisten und essen wollte.
Der Hahn: Wenn du das tust was dir sage, wirst du ein reicher Mann. Lass uns zusammen in die Stadt gehen. Da ist ein Haus voller Gold und Silber. Ich werde draussen auf dich warten und du wirst rein gehen und dir Gold und Silber nehmen.
Der Mann: Lass uns sofort gehen! Bei der Dunkelheit erreichten beide das Stadt. Vor einem Haus stehend....

Der Hahn: Schlag die Tür ein und geh rein und ich warte draussen, wenn jemand kommt werde ich schreien! Wenn du mein Geschrei hörst, versteck dich im Haus! Der Mann schlug die Tür ein und ging rein. Der Hahn fing nach einigen Minuten zu schreien. Der Hausbesitzer wachte durch dieses Geschrei auf, nahm seinen Gewehr und suchte nach dem Dieb! Der Hausherr fand den sich versteckenden Dieb und erschoss ihn auf der Stelle. Da lag der Dieb auch schon auf dem Boden. So wurde der Hahn auch ihn los. Nach einiger Zeit ging der Hahn weiter! 77 Berge hat er bestiegen und hinter sich gelassen! In einem Unbenannten Dorf tauchte er auf. Er wurde sehr berühmt, weil er jeder Gefahr entgehen konnte.

Alle Hähne der verschiedenen Länder trafen sich und gaben ihm den Titel „DIKSILEMAN.“.

Alle Hähne die dem roten Hahn folgten wurden zum Diksileman; und all diese die ihm nicht folgten

blieben auf der Erde und seit dieser Zeit sind sie das Futter für die Füchse, Wölfe und der Menschen!

Quelle: Desmala Sure, Hasan Küçük

Übersetzung von Zaza ins Deutsch : Yyldyz Çelik
(***) Diksileman nennt man Menschen, die das Gefühl haben jeder Sache gewachsen zu sein.