Der Baum der Hoffnung

 

Irgendwo zwischen dem leben und Tod

fand ich dich als ein winzig aufgehender Keim,

mit blossen Händen grub ich, nach Atem ringend,

tief und tief in die Erde hinein

und setzte ich dich mit deinen Wurzeln ein.

 

Dem toten Leib haucht man keine Seele ein,

sagten sie, verbrauch nicht deine Zeit umsonst damit.

Niemals gab ich die Hoffnung auf,

doch dafür hielt man mich für einen Narr.

 

Du wirst blühen und gedeihen, sagte ich zu mir

Die Tage und Nächte verbrauchte ich bei dir,

Stolz, dem Tode entgegen wuchst du auf,

So gewann ich deinen Stolz tief in mein Herz hinein.

 

Es flogen Tage und Wochen, vielleicht ein ganzes Leben,

bis an einem Frühlingsmorgen die Erde leicht bebte;

es könnten ja auch nur deine Wurzelwellen sein.

 

Deine Wurzeln krochen tief in die Erde hinein,

so stehst du heute aufrecht zum Himmel.

Wer weiss, welche Träume du damals hattest,

als ich dich durstig fand, im Kelch meiner Hände.

 

Ohne Unterschiede wirst du den Menschen Früchte tragen,

Falter und Insekten werden dich umkreisen

und im Geäst werden die Vöglein in den Nestern pipsen.

 

Du und ich, gemeinsam erlebten wir die Zeiten

voller Regengüsse und Schneeflocken, heftige Erdbeben,

so standen wir, immer auf den Beinen in Freund und Leid,

wie zwei Verliebte Hand in Hand.

 

Ich war du und du warst ich,

so fand ich bei Dir frohen Lebenssinn,

fast immer waren wir uns treu.

Mit dir war das Leben schön,

das „ich gewordene du“ wuchs stets in meinem Sinn.

 

Dir stand ich mit Geduld zur Seite,

dein Unkraut jätete ich aus.

Irgendwann an einem frühen Morgen wachte ich auf

und nannte dich „BAUM DER HOFFNUNG“.

 

Übersetzung aus Türkisch

geri